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Die wichtigsten Katzenkrankheiten im Überblick

Katzenseuche

Feline Parvovirose, Panleucopenia infectiosa felis; diese Erkrankung wird im Volksmund mit zahlreichen Synonymen belegt: Katzenpest, Katzenstaupe, Katzentyphus, Katzenseuche.

Es ist eine hochinfektiöse, sehr akut bis akut verlaufende, fieberhafte, systematische Virusinfektion der Katze.

Der Erreger ist ein Virus der Parvogruppe, 20 bis 25 nm groß und DNS-haltig. Er ist widerstandsfähig gegen Äther, Chloroform, Trypsin, Phenol und bleibt bei Trockenheit und Kühlschranktemperatur wochen- bis monatelang, bei Zimmertemperatur sogar mindestens 1 Jahr aktiv ansteckend.

Lediglich mit Formalin und 2% Natronlauge läßt sich das Virus bekämpfen. Es ist mit einigen Parvovirusgruppen, die bei Hunden 1980 entdeckt wurden, verwandt, aber nicht identisch. Außerdem werden noch Waschbären, Nerze und Frettchen betroffen. Dies ist besonders wichtig, da Katzen sich anstecken können, wenn sie Freigänger in einem Gebiet sind, das noch wildreich ist.

Alle Körperflüssigkeiten einer erkrankten Katze enthalten die Viren; jeder denkbare Ansteckungsweg ist möglich. Die Ansteckung kann durch direkten Kontakt, aber auch durch dem indirekten Kontakt erfolgen (Käfige, Futterschüsseln, Decken, Tierarztinstrumente, Blätter, Schuhe). Ob allerdings Insektenstiche eine Rolle spielen ist nicht geklärt. Ferner wird das Virus von genesenen und als gesund erscheinenden Katzen lange ausgeschieden und können, nicht geimpft, erkranken, wenn sie mit anderen Viren in Berührung kommen. .

Das Virus wird über den Nasen-Rachenraum aufgenommen. Es vermehrt sich auf der Rachenschleimhaut und ein Infektionsstadium tritt in der 18. Stunde bis zum 7. Tag ein. Schon am 2. Tag befällt das Virus zahlreiche innere Organe (Thymus, Lymphknoten, Dünndarm, Kleinhirn) und macht dann dort entsprechende Symptome. Das Blutbild verändert sich in charakteristischer Weise, die Immunabwehr wird erheblich herabgesetzt.

Bakterien, die normalerweise in jedem Organismus zu finden sind, machen nun Krankheitserscheinungen. Es kann zur einer "Blutvergiftung" (Sepsis) und zu Schockzuständen kommen. Dabei kann das Blut in den Gefäßen gerinnen. Die Schädigung des Dünndarms kann zu einer vollständigen Zerstörung der Darmschleimhaut führen, das dann als Folge Blutungen und das Eindringen von giftigen Substanzen in den Blutkreislauf hat. Wenn die Infektion während der Trächtigkeit auftritt, dann wird auch das Kleinhirn der Jungen geschädigt, es kommt zur bleibenden Bewegungsunsicherheit oder zu bleibenden schweren Bewegungsstörungen.

Die Inkubationszeit berägt 4 bis 12 Tage. Die Krankheit beginnt mit Mattigkeit, Erbrechen, Nahrungsverweigerung und Fieber bis 41 Grad und mehr. Bei schnellem Verlauf sterben die Tiere innerhalb von 12 bis 36 Stunden. Leider sind die Symptome oft nur angedeutet, so daß bei Jungtieren der Halter vorher keine Zeichen der Erkrankung erkennt. Der Tierarzt vermutet dann bei der Schilderung eine Vergiftung. Man sollte deswegen das Tier näher untersuchen lassen, um andere Tiere zu schützen.

Es gibt aber auch einen anderen Krankheitsverlauf mit eindeutigeren Symptomen. Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, 40 bis 41 Grad, schwer gestörtes Allgemeinbefinden, Erbrechen, Futterverweigerung. Nach ein bis zwei Tagen treten dann schwere Durchfälle auf, die anfangs wäßrig sind, sehr schnell aber blutig werden. Die Tiere verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit, so daß ein Austrocknen droht. Die Katze wirkt "schwerkrank" und nimmt eine typische Haltung an: Brust-Bauch-Lage, leicht gesenkter, auf den Vorderpfoten ruhender Kopf, eingefallene Augen, Teilnahmslosigkeit. Anfangs werden alle Getränke verweigert, später leidet das Tier an einem quälenden Durst, das Tier versucht ständig Wasser zu trinken. Es besteht ein "Hineinhängen des Kopfes in den Wassernapf". Starker Gewichtsverlust gibt einen Anhaltspunkt über die Höhe des Wasserdefizits. Manchmal sieht man eine entzündete Zunge auf der sich Geschwüre gebildet haben. Ob dies durch eine zusätzliche Infektion mit anderen Viren ausgelöst wird ist noch nicht geklärt. Hin und wieder tritt auch eine leichte Gelbsucht oder ein Nierenversagen auf. Ist die Darmschleimhaut schwer geschädigt, dann können Nährstoffe nicht mehr dem Körper zugeführt werden. Die Folge ist, daß die Tiere stark abmagern. Bei Schädigung des Kleinhirnes werden die Kätzchen schon lebensschwach geboren. Sie sterben entweder schon in den ersten Tagen, oder sie zeigen, gute Beobachtung des Halters ist Voraussetzung, Bewegungsstörungen beim Suchen nach der Milchquelle. Verlassen die Tiere in der dritten Woche das Nest, dann fallen die Bewegungsstörungen sehr auf: der Kopf pendelt hin und her, die Beinbewegungen sind unkoordiniert, die Tiere fallen beim Gehen auf die Seite. Eine geregelte Futteraufnahme ist unmöglich. Diese Tiere sterben an Entkräftung. Nur einige Tiere erreichen das Erwachsenenalter.

Eine sichere Diagnose stellt man, indem man den Kot auf die ausgeschiedenen Viren untersucht. Hinweise gibt auch das Blutbild und die genaue Beschreibung der Symptome durch den Halter.

Es gibt einige Krankheitsbilder, die auch einige Symptome der Katzenseuche haben: Magen-Darmentzündungen, Vergiftungen (Thallium, Blei), Wurmbefall, Fütterungsfehler, bakterielle Infektionserkrankungen (z.B.Salmonellen), Leukose. Da der Tierarzt all diese Möglichkeiten im Zweifelsfall ausschließen muß, dazu benötigt er viel Zeit, kommt es auf die exakte Beschreibung der Symptome des Halters an. Oft bleibt nicht so viel Zeit, die Befunde abzuwarten. Stirbt das Tier eher, als die Befunde vorhanden sind, kann man nur noch dem Halter Verhaltensregeln geben, um eine Infektion anderer Tiere zu verhindern. Ich halte es deshalb für sehr wichtig, daß sich ein "neuer" Katzenbesitzer durch den Tierarzt eingehend aufklären läßt, welche möglichen Erkrankungen bei seinem neuen Hausgenossen auftreten können, und wie man sie erkennt.

Eine frühzeitige Therapie und eine rechtzeitige Prophylaxe erhalten das Leben.

Therapie

Ganz wichtig ist die Impfung. Nur so kann eine Ansteckung mit Katzenseuche verhindert werden. Es besteht gesetzliche Aufklärungspflicht des Tierarztes beim ersten Besuch. Diese Impfungen müssen regelmäßig wiederholt werden. Läßt ein Halter sein Tier nicht regelmäßig impfen, geht er ein beachtliches Risiko ein.

Ist die Erkrankung ausgebrochen und wird das Tier rechtzeitig dem Tierarzt vorgeführt (die Behandlung wird sehr teuer!), so kann er nur rein symptomatisch behandeln. Zuerst wird der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen. Dies geschieht über tagelange Dauerinfusionen. Ist das Blutbild sehr in Mitleidenschaft gezogen, besteht auch die Möglichkeit einer Blutübertragung und die Gaben von Hochimmunseren. Da das Tier die Nahrungsaufnahme verweigert, muß man es oft auch Zwangsernähren. All diese Maßnahmen sind fast ausschließlich nur in einer Tierklinik durchführbar.

Nicht hoch genug eingeschätzt werden können Maßnahmen, die zum Wohlbefinden der Katze beitragen: häufige persönliche Zuwendung, Unterstützung des Reinigungsbedürfnisses und vorsichtige einfühlsame Behandlung.

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Katzenschnupfen

Für den "Katzenschnupfen" ist nicht ein bestimmter Erreger verantwortlich, sondern er kann durch viele verschiedene Erreger ausgelöst werden. Das Erscheinungsbild ist aber sehr ähnlich und verläuft gleich. Man versteht unter "Katzenschnupfen" eine Entzündung bis Vereiterung der Schleimhäute des Kopfes und der Atmungsorgane. Da es sich fast ausschließlich um Viren handelt, kann man keine Therapie gegen diese Erreger mit Antibiotika durchführen.

Einige Erregerarten sind (Viren): Felines Herpesvirus, Feline Caliciviren, Reoviren Serotyp 1 und 3, Parainfluenzaviren. Zu den nichtviralen Erregern gehören: Chlamydien und Mykoplasmen.

Die Inkubationszeit beträgt ca. 2 bis 5 Tage. Die Übertragung geschieht durch eine Tröpfcheninfektion: Versprühen virushaltiger Sekrete beim Nießen oder Husten und über den Speichel. Genesene Tiere oder infektiöse, aber nicht erkrankte Tiere können Dauerausscheider sein, die eine hohe Infektionsquelle bilden.

Die mit den Viren in Kontakt gekommenen Schleimhäute bilden Geschwüre und zerfallen (Bindehaut, Mundhöhle, Luftröhre). Somit wird Eiter abgesondert. Die Nasenschleimhaut baut sich relativ schnell wieder auf, aber an der Nasenmuschel sind Schäden entstanden, die nicht mehr behoben werden können und diese führen in der Regel zu lebenslangem schwer beeinflußbaren Schnupfen.

Infizierte, trächtige Kätzinnen übertragen die Viren auf die Jungen, die dann absterben können oder als lebensschwache Welpen zur Welt kommen. Die Erkrankung ist hoch infektiös. Hält man mehrere ungeimpfte Tiere, so erkranken meistens alle gleichzeitig (Tierheime, Tierkliniken, Zuchten, Tierpensionen). Die Verläufe können sehr unterschiedlich sein. Immunstarke Tiere können nur einen leichten Nasenausfluß und eine leichte Bindehautentzündung zeigen, Jungtiere und geschwächte Tiere haben einen schweren Krankheitsverlauf, der nicht selten auch zum Tode führen kann.

Die klinischen Symptome beginnen mit Nießen, klarem Nasen- und Augenausfluß, Fieber kann bei 40 Grad liegen. Das Allgemeinbefinden ist teilweise stark gestört, die Tiere magern ab und verweigern die Flüssigkeitsaufnahme. Die Erkrankung kann in diesem Stadium nach 6 bis 10 Tagen ausheilen. Bei jungen, geschwächten Tieren kann sie sich aber auch über Wochen hinziehen. Die Augenlider verkleben. Öffnet man sie vorsichtig, fließt oder spritzt eine eitrige Flüssigkeit heraus.

Verklebungen der Nasenöffnung führen zu Atembeschwerden. Die Tiere versuchen die Krusten mit den Vorderpfoten zu entfernen. Später verklebt das Fell im Gesicht, an der Brust und den Vorderpfoten, da durch das gestörte Allgemeinbefinden die Tiere sich nicht mehr putzen. In schweren Fällen entzündet sich auch die Zunge; eine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme wird dann unmöglich. Es kann auch zu Entzündungen der gesamten Lunge kommen.

Die Diagnose wird an Hand des Erscheinungsbildes gestellt. Blutuntersuchungen ergeben kein typisches Bild. Man sollte einen Erregernachweis aus dem Sekret durchführen. Allerdings kommen diese Erreger auch bei einem gesunden Tier vor.

Die Behandlung richtet sich nach dem Erscheinungsbild. Ganz wichtig sind die hygienischen Bedingungen. Auch die Raumwärme und -feuchtigkeit spielt eine große Rolle. Nur in besonders schweren Fällen kommt ein Aufenthalt in einer Tierklinik in Betracht. Wichtig ist die Pflege durch die Bezugsperson der Katze. Diese muß regelmäßig die Augen, Nase und die vordere Partie des Tieres reinigen. Der Tierarzt wird entsprechend dem Kranheitsbild Medikamente dafür verordnen. Wichtig ist der Flüssigkeitsausgleich der Katze. Trinkt sie nicht selbst, erfolgt die Flüssigkeitszufuhr durch eine Infusion.

Frißt die Katze nicht selbst, oder sind die Rachenschleimhäute sehr schwer betroffen, erfolgt die Nahrungsaufnahme durch eine Magensonde. Solche Zwangsmaßnahmen bedeuten aber für das schwer erkrankte Tier zusätzlich erhebliche Beeinträchtigung und Streß.

Regelmäßige Impfungen sind daher die beste Therapie. Diese sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Tierarzt muß beim ersten Besuch darüber aufklären.

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Tollwut

Die Tollwut wird durch Bißverletzungen übertragen und breitet sich auf dem Lymphwege bis ins Gehirn aus, wo sie alle Hirnzellen und alle Rückenmarkszellen in einen Entzündungszustand versetzt. Sie tritt vorwiegend bei Säugetieren auf, kann aber auch auf Vögel übertragen werden.

Charakteristisch sind als Erscheinungsbild: Wesensveränderungen, Erregungszustände und Lähmungen.

Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und wird durch einen Virus, den Rhabdovirus, ausgelöst. Gelangt ein Virus in ein Säugetier, so nimmt es artspezifischen Charakter an, wobei es allerdings nicht seine Infektiösität gegenüber anderen Säugetieren verliert. Deshalb gibt es unzählige Untergruppen und Namen für das Virus: Straßenvirus, Waldvirus, Fledermausvirus, Flury-Virus etc.

Für die Übertragung spielt die Katze, im Gegensatz zum Hund, eine untergeordnete Rolle, kann aber bedeutungsvoll werden als Überträger auf den Menschen.

Ein infiziertes Tier scheidet im Speichel das Virus schon aus, obwohl die Erkrankung noch nicht sichtbar geworden ist. Es besteht aber die Möglichkeit, daß man sich auch infiziert, wenn man Wunden hat (auf die Größe kommt es dabei nicht an - bei Katzen hat man stets Kratzer), und dann mit dem Speichel des Tieres in Berührung kommt. Selbst durch die Inhalation der Viren (Tröpfcheninfektion) kann Tollwut übertragen werden.

Der Fuchs ist sehr empfänglich für das Virus, da er ein Wildtier ist (Höhlenbauende Wildtiere entziehen sich oft der Kontrolle der Heger).

Füchse können sich besonders gut auf die Anwesenheit der Menschen einstellen und tragen oft Revierkämpfe aus). Der Hund infiziert sich bei Wanderungen durch den Wald (Hunde anleinen), während die Ansteckungsgefahr für Katzen als nicht so hoch eingeschätzt wird.

Freigänger mit einem großen Revier, das in Wald- oder Parknähe liegt, haben dagegen eine hohe Ansteckungsrate.

Die Viren geraten über die Lymph- oder Blutbahn an die Endigungen der Nerven, wandern an ihnen entlang ins Rückenmark und steigen dann bis ins Gehirn auf, wo sie sich dann hemmungslos vermehren. Von dort aus streuen sie dann bis in die Speicheldrüsen, Tränendrüsen und ins Fettgewebe, wo sie sich erneut vermehren.

Das Virus kann man mit zahlreichen Desinfektionsmitteln vernichten, am gebräuchlichsten ist Formalin. Herrscht dagegen ein idealer Nährboden vor, niedrige Temperatur (4 Grad und weniger), Trockenheit oder Fäulnis, dann bleibt das Virus viele Wochen infektionstüchtig.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 8 Wochen.

Die Symptome sind anfangs unspezifisch. Sie können sich in der sog. "rasenden Wut" oder in dem Bild der "stillen Wut" äußern.

Die Tiere magern ab, erbrechen, haben Durchfall und Darmlämungen. Später treten dann Schluckbeschwerden infolge der Lähmungen des Kehlkopfes auf, Unterkieferlähmungen, Lähmungen der Gliedmaßen und Speichelfluß. Die Tiere neigen dazu, lichtscheu zu werden und verkriechen sich, zeigen Verhaltensstörungen wie ständiges lautes Miauen und eine erhöhte Schreckhaftigkeit. 1 bis 2 Tage nach dem ersten Auftreten einiger Symptome muß man mit plötzlichen Beißüberfällen und Anfällen von Raserei rechnen. Jetzt werden auch ganz vertraute Personen unmotiviert angegriffen. Dann kommt es zur Lähmung der Hinterbeine, die sich erst in einer Gangunsicherheit bemerkbar macht, dann aber werden die Beine schlaff hinterhergezogen. Harn und Kot kann nicht mehr kontrolliert abgesetzt werden. Die Tiere belecken sich so stark, daß es an den Stellen oft zu Blutungen kommen kann. Es kommt zu Lähmungen der Gesichtsmuskulatur, die Größe der Pupillen verändert sich, teilweise unterschiedlich, es tritt eine Lähmung der Augenmuskulatur ein, die sich durch Schielen bemerkbar macht. Im allgemeinen tritt der Tod nach wenigen Tagen ein.

Da die Symptome anfangs so unterschiedlich (von Tier zu Tier und von der Resistenz abhängig) sind, kann die Diagnose nur durch eine Befragung des Halters und auf Verdacht gestellt werden. Treten aber Lähmungserscheinungen auf, wird der Tierarzt immer zuerst an die Tollwut denken. Mit Hilfe eines Abklatschtestes von der Augenoberfläche kann dann die Diagnose gestellt werden. Das Ergebnis dieses Abklatschtestes ist allerdings nicht 100%ig genau, weil es von dem Infektionsstadium abhängt, ob die Viren schon die Tränendrüsen erreicht haben. Diesen Abklatschtest muß man sehr vorsichtig und umsichtig durchführen, da eine hohe Gefahr der Bißverletzung besteht.

Die Krankheit endet immer tödlich. Die Behandlung der Tollwut ist aussichtslos und nach dem Seuchengesetz verboten. Es besteht Meldepflicht. Bei erhärtetem Verdacht muß das Tier getötet werden, um eine Übertragung auf den Menschen zu verhindern.

Erst nach dem Tod des Tieres kann man den Tollwutbeweis erbringen. Dazu wird das Gehirn genauestes untersucht.

Da die Erkrankung auch Symptome von vielen anderen Krankheiten bietet, ist eine Befragung des Halters von außerordentlicher Bedeutung. Diese gestaltet sich sehr schwierig, da viele Menschen die Symptome teilweise übersehen, nicht darauf geachtet hatten, weil sie nicht wußten, worauf sie achten sollten.

Es muß an folgende Erkrankungen gedacht werden:

Toxoplasmose, Endoparasiten, Pseudotollwut, Tetanus, Bleivergiftung, Gehirn- und Rückenmarkserschütterungen, Leukose, FIV, FIP, Knochenschwund, Herzklappenerkrankungen u.v.m.

Die beste Therapie bei Tollwut ist die vohergehende aktive Impfung. Diese sollte regelmäßig und konsequent durchgeführt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß selbst bei reinen Stubenkatzen eine Infektion stattfindet, denn unter Idealbedingungen ist das Virus wochenlang infektiös und kann vom Halter nach einem Wald- oder Parkspaziergang auch mit den Schuhen in die Wohnung gebracht werden.

Da man selten erkennt, ob eine Katze sich dann angesteckt hat, wird eine Nachimpfung bei unregelmäßig eingehaltenen Impfterminen schwierig. Es besteht nämlich eine gesetzliche Verordnung, daß eine Katze nur dann prophylaktisch geimpft werden darf, wenn nachgewiesen wird, daß sie mindestens 4 Wochen und längstens ein Jahr vor dem Zeitpunkt, an dem sie mit dem Tollwutvirus in Berührung gekommen ist, zuletzt geimpft worden ist.

Auswirkung der Tollwut auf den Menschen

Ansteckungsgefahr besteht bei Wölfen, Füchsen, Dachsen, Hunde, Katzen, Frettchen, etc.

Krankheitszeichen bei allen Tieren:

Freßlust, Stimmungsänderungen, Unruhe, planloses Herumirren, Schlingkrämpfe, blinde Beißlust, Lähmungen der Kinnmuskulatur und der Hinterbeine.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt überwiegend durch den Speichel des wutkranken Tieres, wobei in der Regel die Bißverletzung die Eintrittsstelle der Infektion darstellt; es kommen jedoch auch ganz gerinfügige Haut- und Schleimhautverletzungen dafür in Frage. So ist auch eine Infektion durch Belecken möglich (stille Wut).

Beim Menschen schwankt die Inkubationszeit von 8 Tagen bis zu zwei (!) Jahren. Das Virus wandert auf den Nervenbahnen in das Zentralnervensystem (Rückenmark und Gehirn). Die Gefahr einer Tollwutinfektion wird durch sofortige energische Behandlung der Wunde, durch Ausschneiden, Ausbrennen und Ätzen verhindert.

Das Krankheitsbild des Menschen: Auf ein kurzes Anfangsstadium folgen Erregungs- u. Lähmungszustände, bis der Tod durch Atemlähmu g eintritt; es besteht das Bild einer Gehirnentzündung (Encephalitis), deren Besonderheit Schluckbeschwerden, Schluckkrämpfe und Speichelfluß sind, verbunden mit Angstzuständen. Die ausgebrochene Erkrankung verläuft beim Menschen fast immer tödlich. Nur beim Geimpften werden äußerst selten leichtere Formen gesehen, die in Heilung übergehen können.

Zur Verhütung der Erkrankung des Menschen erfolgt nach der Infektion oder bei Infektionsverdacht Schutzbehandlung durch Tollwutschutzimpfung.

Dieselbe ist ohne jeden Verzug einzuleiten, da die Schutzwirkung erst nach Ablauf einer gewissen Frist eintritt. Eine völlige Auswirkung des Impfstoffes kommt erst etwa vier Wochen nach Beginn der Impfung zustande. Impfungen nach Auftreten klinischer Erscheinungen sind zwecklos.

Die Bekämpfung der Tollwut besteht in der Ausrottung der mit tollwütigen Tieren in Berührung gekommenen Hunde und Katzen und rücksichtsloser, restloser Vernichtung der frei umherstreifenden Hunde und Katzen sowie Sperre (Leinen-, Ketten-, Maulkorb-, und Einsperrzwang).

[Anmerkung: Mittlerweile werden auch schon Wildtiere, vor allem Füchse, gegen Tollwut geimpft - mit gutem Erfolg. Paradoxerweise gibt es nach Einstellen der Bejagung weniger Füchse, da die natürlichen Regelmechanismen wieder greifen.]

Über bestehende Tollwutsperrbezirke informiert die jeweilige Stadtverwaltung

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Leukose

Die Leukose ist eine sehr infektiöse Systemerkrankung der Katze, die durch das Feline Leukosevirus (FeLV) ausgelöst wird. Beschrieben wird die Erkrankung schon im Jahre 1979, man nimmt aber an, daß sie sehr früh entstanden ist. Da einst im alten Ägypten (Pharaonenzeit) die Katzen vorwiegend als Mäusevertilger eingesetzt wurden und es eine ähnliche Erkrankung bei Mäusen und Ratten gibt, nimmt man an, daß eine Virusmutation bei der Katze eingetreten ist. Der Virus in einer artspezifischen Form läßt sich beim Hausschwein, beim Rind und auch beim Pferd nachweisen. Eine direkte Übertragung auf den Menschen besteht z.Z. nicht, jedoch kann man eine sehr nahe Verwandschaft zum HIV (Aids) nachweisen.

Eine Mutante dieses Virus ist das feline Sarkovirus, das sehr bösartige Sarkome, ausgehend von Bindegewebszellen aller Art (Mundschleimhaut), auslöst.

Das FeLV gehört zur Familie der Retroviren (genau wie beim FIV) und zur Subfamilie der Oncoviren. Das eigentliche Virus ist rund und besitzt auf der Oberfläche "Spikes" (das ist wichtig, damit man die Erkrankung versteht), die knopfartige Glycoproteine tragen. Glycoproteine kann man als "Zuckereiweiße" übersetzen. Es gibt viele besondere Arten von Glycoproteinen. In diesem Fall ist es das Glycoprotein 70 (Gp 70) und das Protein 15 (p 15).

Glykoproteine regen immer zur Bildung von Antikörpern an. Beim Menschen kennt man das aus der Bildung von Antikörpern gegen Kinderkrankheiten z.B. Masern, Windpocken, Keuchhusten, etc. Auch hier werden Antikörper gebildet, die das Virus inaktivieren. Wichtig, denn so kann von der Katze das FeLV bei genügender Eigenabwehr bekämpft werden, ohne daß es zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt; danach besteht eine lebenslange Immunität.

Die Infektion der Leukose entsteht durch die Anhaftung des FeLV an die Zelloberfläche. Danach dringt das Virus durch die Zelloberfläche ins Innere der Zelle und stößt einen Stoff (RNS) aus. Danach wird eine Kopie der DNS des Virus gebildet und in die Erbinformation der infizierten Zelle eingebaut. Das heißt, daß die katzeneigene Zelle jetzt Viren produziert.

Diese Viren werden nun u.a. mit dem Speichel ausgeschieden. Daraus ergibt sich, daß eine Ansteckung erfolgt über:

  • Speichel,
  • allen Körperflüssigkeiten,
  • durch die Muttermilch,
  • über Bisse und
  • durch Belecken.

Da das Virus aber auch Eigenschaften der Katzenzelle angenommen hat, besteht nun eine außerordentliche Ansteckungsgefahr. Bei der heutigen gehäuften Katzenpopularisation auf engem Raum kann man davon ausgehen, daß eine infizierte Katze alle anderen ansteckt.

Das Virus setzt sich in den Lymphknoten fest, vermehrt sich, die Lymphknoten schwellen an. Ist die Katze gesund, hat sie genügend Abwehrkräfte, d.h. wenn das Tier regelmäßig entwurmt wurde, keine Endo- und Ektoparasiten hat, streßfrei gehalten wurde, abwechslungsreiches, nahrhaftes Futter erhielt und an keinen anderen Krankheiten (Schnupfen) litt, dann ist es in diesem Stadium möglich, daß die Katze das Virus aus eigener Kraft eliminiert und eine lebenslange Immunität erhält. Die Antikörper können dann im Blut nachgewiesen werden. (Antikörpertest beim Tierarzt ist positiv, was aber auch irrtümlich für eine Infektion gehalten werden kann).

Bei einer Serumuntersuchung kann man allerdings keine Antigene nachweisen! Deshalb muß man bei Leukoseverdacht oder vor einer Impfung immer einen Antigennachweis erbringen.

Reicht aber die Immunität der Katze nicht aus, dann entsteht in diesem Stadium die Virämie, die sich im Blut des Tieres abspielt. In diesem Stadium kann man das Virusantigen mit verschiedenen Untersuchungen nachweisen. Sofern sich jetzt eine Immunität ausbildet, kann das Virus nach einigen Wochen wieder aus dem Blut verschwinden, so daß die Untersuchungen zum Nachweis des viralen Antigens im Blut negativ werden.

Bildet sich keine Immunität aus, ist die Folge, daß sich eine fortschreitende Infektion ausbreitet und es werden zahlreiche Organe befallen. Besonders betroffen sind die Drüsen, Speichel-, Tränen- und Duftdrüsen. Die Viren werden jetzt ausgeschieden. Die Viren wandern aber auch ins Knochenmark und in die inneren Organe, wo sie sich stark vermehren. Es entsteht z.B. eine Leber-, Nieren- und Milzschwellung. Diese Vergrößerung läßt sich im Röntgenbild nachweisen. Deswegen sollte man beim Tierarzt immer darauf bestehen, vor einer Behandlung oder bei Leukoseverdacht eine Röntgenaufnahme des Tieres zu machen. Im Knochenmark kann sich das Virus abkapseln und im Blut dann nicht mehr nachweisbar sein. Hier kann es über Jahre, ohne Symptome zu machen, ruhen.

Unter geeigneten Bedingungen wie Schwächung der Katze bei z.B. Vermehrung oder bei Streß, bricht es durch, macht dann vielseitige Symptome und ist wieder hoch infektiös.

Das Virus enthält 3 Antigengruppen:

  • 1. p 15 (Protein mit 15 000 Dalton)
  • 2. die Hüllenantigene bestehen aus Gp 70 (Glycoprotein mit einem Molekulargewicht von 70 000 Dalton)
    Anhand des Gp 70 kann das Virus in die Subgruppen A,B und C unterteilt werden. Antikörper gegen Gp 70 inaktivieren das Virus.
  • 3. Die vier inneren Antigene sind Proteine.

Sie sind in den infizierten Zellen und im Blutplasma mit Elisa- oder IFA-Tests nachweisbar.

Auch gegen diese Antigene können Antikörper gebildet werden. Sie führen jedoch nicht zur Ausbildung einer Immunität, sondern zu einer Schwächung des Immunsystems. Die Antikörperbildung ist sehr hoch, verzehrt unnötig durch die ständige Neubildung viel Kräfte des Tieres und steigert den Stoffwechsel des Tieres erheblich (Schwächung des Katzenorganismus).

Jetzt kann man es beobachten, daß die Erkrankung durchbricht und unspezifische Symptome macht.

Als besondere Möglichkeit kann auch bei der Leukose ein Zelloberflächenantigen , das Feline Oncorna Cell Membrane Associated Antigen (FOCMA), entstehen. Es findet sich auf den bösartig entarteten Zellen. Dabei kann aber der FeLV- oder FeSV-Antigen-Test positiv oder negativ sein. Auch gegen FOCMA können Antikörper gebildet werden (FOCMA-Antikörper). Katzen mit FOCMA-Antikörpern sind gegen die Entwicklung von tumorösen einschließlich leukämischen Krankheitsformen geschützt, nicht aber gegen degenerative, entzündlich wuchernde oder immunschwächende Krankheiten (FeLV-bezogene Krankheiten).

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie sich die Infektion bei der Katze äußern kann:

Durch die Immunschwäche kann bei einer anhaltend infizierten Katze die Virusvermehrung überhand nehmen und zu einem Ausbruch der tumorösen oder aber der FeLV-ausgelösten und unterstützten Krankheiten führen. Seit der Entdeckung des FIV wird eine bedeutende Gefahr in der Infektion mit diesem Virus gesehen. Auch kann eine Cortisonbehandlung das Gleichgewicht zwischen der Virusvermehrung und der Antikörperbildung erheblich beeinflussen. Andererseits kann sich die Produktion von Antikörpern gegen die inneren Antigene richten und einen toxischen Effekt auslösen. Eine Nierenentzündung kann z.B. so entstehen.

1. Die klinisch stumme entzündlich wuchernde Infektion

Sie kann jahrelang, manchmal auch zeitlebens, ohne Erscheinungbild vorhanden sein, andererseits bei einer Immunschwächung in eine tumoröse Form übergehen. (FeLV-unterstützte Krankheitsbilder). Es erkranken aber jährlich etwa 50% der Katzen klinisch. Tiere, die viele Jahre lang eine klinisch stumme Infektion hatten, können im höheren Alter negative Testergebnisse bekommen. Das ist auf die Bildung von ausreichend vielen Antikörpern zurückzuführen. Allerdings können sie auch schnell wieder infektös werden, wenn das Immunsystem geschwächt wird (Streß, Schnupfen, Durchfall). Dann brechen Krankheiten hervor, die von der FeLV unterstützt werden.

Virämische Katzen, die keine Zeichen von Erkrankung haben, bleiben aber Virusausscheider und stecken andere Tiere an. Sie müssen isoliert werden!

2. FOCMA-Antikörper-positive Katzen

Sie können ebenfalls klinisch stumm bleiben, aber auch an einer FeLV-unterstützten Krankheit erkranken. Allerdings nie an tumorösen Formen. Für die Praxis ist die Bestimmung der FOCMA-Antikörper von keiner großen Bedeutung, da diese Tiere nur an FeLV-unterstützten Krankheiten erkranken, die Stellung der Diagnose aber Schwierigkeiten macht, da man sie von den anderen Formen nicht unterscheiden kann.

3. FeLV unterstützte Krankheiten

Zu ihnen werden folgende Erkrankungen gerechnet:

  • degenerative Krankheiten: Abbau der Thymusdrüse, Blutarmut, Vermehrung der weißen Blutkörperchen, Gerinnungsstörungen, Veränderungen der Lymphbahnen und der Lymphknoten, Harnwegserkrankungen.
  • Schwächung des Immunsystems: Selbstzerstörung der roten Blutkörperchen und damit verbunden eine Blutarmut, Zerstörung der Substanzen, die für die Blutgerinnung von Wichtigkeit sind, Nierenentzündungen.
  • Neurologische Erscheinungsbilder: Lähmungen, Lichtscheuheit, Angstzustände, Schluckbeschwerden.
  • Unspezifische chronische Krankheiten: Zahnfleischentzündungen, Schnupfen, Husten, Lungenentzündungen, Verdauungsstörungen, Mattigkeit, Abmagerung, evtl. Fieber.

4. Tumorkrankheiten

Bösartig entartete Zellen der Haut, Schleimhaut, des Lungen-, Nieren- und Lebergewebes.

Da die Leukose heute eine sehr weit verbreitete Katzenerkrankung ist, sollte jeder Halter bei therapieresistenten Erkrankungen an die Infektion mit FeLV denken. Jedes FeLV-infizierte Tier sollte isoliert werden. Zwar ist nicht erwiesen, daß sich der Mensch anstecken kann, jedoch vermehrt sich das Virus sowohl auf tierischen als auch auf menschlichen Zellkulturen. Menschen, besonders aber Säuglinge mit einer Schwächung des Immunsystems, sollten zu den infizierten Katzen keinen Kontakt haben.

Die Lebensaussichten einer leukosekranken Katze sind ungünstig bis aussichtslos. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Therapie, doch ist in einem fortgeschrittenen Stadium mit Symptommanifestation eine Heilung zweifelhaft. Gute Aussichten auf Heilung bestehen nur, wenn man die Krankheit sehr früh erkennt (bis zu weniegr als 1 Jahr nach Infektion). Da jede Katze jährlich geimpft werden sollte, ist es dem Tierarzt möglich, das Gebiß zu überprüfen (Zahnfleischentzündung deutet auf eine Leukoseinfektion hin) und die Lymphknoten abzutasten (bei einer Vergrößerung sollte ein Leukose-Test durchgeführt werden). Freigänger sollte man in jedem Fall impfen lassen, wenn sie noch FeLV-negativ sind.

Ferner sollte man bei einem Neuerwerb einer Katze - und sei es eine Rassekatze vom Züchter - sofort testen lassen, und zur Sicherheit nach 6 Wochen erneut. Oft beraten die Tierärzte den Halter nicht, weil die Leukoseimpfung gesetzlich nicht vorgeschrieben ist (so aber Katzenschnupfen und Katzenseuche), und eine Aufklärungspflicht nicht besteht. Oft scheuen auch die Halter sich vor den anstehenden Kosten (ca. 60 DM der Test und ca. 90 DM die Impfungen), auch möchte der Tierarzt seine zukünftigen "Kunden" nicht verlieren.

Verantwortungsvolle Katzenbesitzer müssen schon dem Tierarzt unzweifelhaft klarmachen, daß ihnen das Leben ihres Haustieres, mit dem sie ja 16 Jahre zusammenleben wollen, mehr wert ist als die jährlichen Kosten der Impfungen.

Entdeckt man rechtzeitig die FeLV-Infektion dann habe ich mit einer speziellen Therapie besonders gute Erfolge gehabt. Diese Therapie wurde an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität München von Prof. Anton Mayr entwickelt und Frau Dr. Diana Hörber aus Dinkelsbühl schrieb ihre Doktorarbeit darüber.

Sie testete in ihrer Kleintierpraxis 489 Katzen auf Leukose. 133 Tiere waren FeLV positiv, das sind etwa 19%. Von diesen 133 Katzen machten 47 einen völlig gesunden Eindruck. 86 Tiere zeigten unterschiedlich schwere Krankheitszeichen.

Gleichzeitig stellte die Tierärztin fest, daß 95% der gesunden Katzen regelmäßig geimpft wurden und nur 14% unter Wurmbefall litten. Bei den Leukose-Katzen hingegen war über die Hälfte verwurmt und nur 17% wurden regelmäßig geimpft.

Dies scheint auch ein Hinweis darauf zu sein, daß Tiere, die regelmäßig entwurmt und gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut geimpft werden, weniger anfällig für eine Leukoseinfektion sind. Leukosebehandlung:

  • 1. Tierärztliche Untersuchung - Impfungen: Schnupfen, Katzenseuche, ggf. Tollwut.
  • 2. 4 Wochen Pause, damit das Tier Antikörper bilden kann. Wichtig ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung und die streßfreie Haltung.
  • 3. Entwurmen. Evtl. andere Krankheiten behandeln lassen: Zahnfleischentzündung, Bindehautentzündung. Bei Befall mit Ektoparasiten: Bekämpfung.
  • 4. 3 Wochen Pause
  • 5. Die klinisch gesunde Katze erhält nun:
    1. Woche: am ersten und am dritten Tag eine Injektion Baypamun. (z.B. Montag und Donnerstag)
    2. Woche: eine Injektion Baypamun. (Donnerstag)
    3. Woche: eine Injektion Baypamun. (Donnerstag)
    4. Woche: eine Injektion Baypamun. (Donnerstag)
    5. Woche: eine Injektion Baypamun. (Donnerstag)
    6. Woche: Leukose-Test.

Ist der Leukose-Test negativ, kann sofort geimpft werden.

Erkrankungen, die während der Therapie auftreten, müssen sofort behandelt werden. So kann es z.B. oft zu Abszessen kommen. Diese Abszesse gehen meist von den Lymphknoten aus. Dies kann ein Zeichen dafür sein, daß das Baypamun das Immunsystem so stabilisiert, daß die Katze die Viren dort bekämpfen kann, wo sie sich gehäuft aufhalten und das sind die Lymphknoten. Bevorzugte Bereiche sind der Hals und der Beckenbereich, rechts oder links neben den Schwanzwurzel. Der Halter muß darauf achten!.

Die Therapie wird aber während der Behandlung von anderen Erkrankungen nicht unterbrochen!

Eine kranke Katze erhält solange zweimal wöchentlich eine Injektion, bis sie genesen ist. Meist wird das binnen 2 bis 3 Wochen sein. Dann nur noch 4 Wochen lang 1 Injektion in der Woche. Ist dann der Leukose-Test negativ, kann auch dann geimpft werden.

Wer sicher gehen will, der kann dann nach 6 Monaten einen Antigen-Test durchführen lassen. Die Katze aber, die den Besuch beim Tierarzt über 6 Wochen lang hat ertragen müssen, wird nicht sehr begeistert sein. Da man ja sowieso danach jährlich wegen der Impfung in die Praxis muß, läßt sich ein Sicherheitstest auch dann durchführen.

Man schätzt, daß heute etwa 70% aller "Stadtkatzen" leukoseinfiziert sind. Bei der "Landbevölkerung" beträgt hingegen die Infektionsrate nur 30%.

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FIP

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), Peritonitis infektiose felis, Feline Coronavirusinfektion, ist eine selten akut, meist subakut bis chronisch verlaufende fieberhafte Virusinfektion der Katze.

Hervorgerufen wird die Erkrankung durch das Coronavirus, das in vielfältiger Form auftreten kann. Auch ist bekannt, daß dieses Virus in abgewandelter Form bei anderen Tieren vorkommen kann. Der Nachweis des Virus ist äußerst schwierig. Bekannt ist nur, daß es sehr empfindlich sein muß. Der Infektionsweg und die Inkubationszeit sind noch völlig unbekannt.

Man kann nur von der Vermutung ausgehen, daß er vorzugsweise über die Muttermilch auf die Katzenjungen übertragen werden kann, wobei dann eine Inkubationszeit von mehr als 4 Monaten beobachtet wurde. Allerdings gibt es auch viele Fälle, wo die Tiere zwischen 3 und 6 Lebenswochen erkranken.

Diese Viruserkrankung besteht offensichtlich schon sehr lange. Leider wurde sie oft anders benannt. Beschrieben wurden die Symptome schon 1942. Genau wie die anderen Virusinfektionen (FIV und Leukose) wird sie seit den siebziger Jahren in zahlreichen Ländern beobachtet und nimmt kontinuierlich zu. Sie kommt in zwei verschiedenen Formen vor, was wohl auch der Grund dafür war, daß man sie früher als unterschiedliche Krankheitsbilder beschrieben hat. Beide Formen, die "nasse" Form und die "trockene" Form lassen sich nicht immer genau voneinander abgrenzen.

Teilweise gehen sie auch wechselseitig ineinander über. Den mehr oder weniger typischen Erscheinungsbilder gehen oft atypische Symptome einer akuten Infektionskrankheit voraus: Fieber, Abmagerung, allgemeine Schwäche. Stets muß man auch daran denken, daß bei so uncharakteristischen Symptomen auch eine Leukose oder ein FIV vorliegen kann. Kraß gesagt kann man auch den FIP zu den "neuen Katzenseuchen" rechnen. Aufklärungspflicht ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Nur bei Zuchten und Ausstellungen ist eine ärztliche Bescheinigung erforderlich. Seit 1993 gibt es eine Schutzimpfung gegen FIP. Diese wird allerdings nur zögernd angenommen.

Ob es eine sichere Schutzimpfung gegen FIPV gibt, ist nach wie vor umstritten. Am ehesten kann man gesunde Katzen vor einer Ansteckung bewahren. Der Impfstoff Primucell FIP hat sich am besten bewährt. Katzen unter 16 Wochen können noch nicht wirksam geimpft werden, da ihr Immunsystem noch nicht genügend ausgebildet ist. Ihr Tierarzt wird Ihnen nähere Auskunft geben. (In der Schweiz ist Leukocell2-Impfstoff fuer Katzenleukose zugelassen.)

Bei der exsudativen (nassen) Form steht als auffälliges Symptom die Vermehrung des Bauchumfanges im Vordergrund. Dabei zeigen oft die Tiere keine Beeinträchtiung des Allgemeinbefindens. So kann man irrtümlich auch auf eine übermässige Nahrungsaufnahme schließen. Schreitet die Erkrankung fort, magern die Tiere ab, werden träge und haben unbeeinflußbares Fieber.

Danach kommt es zur Blutarmut und einer Gelbsucht (sichtbar an gelben Schleimhäuten). Der Bauchumfang nimmt zu, während die Rippen sehr deutlich zu tasten sind und die Beckenknochen hervortreten. Selten kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel. Die Leber vergrößert sich, Flüssigkeit kann sich im Brustraum (Lunge) ansammeln; es kommt zur Kurzatmigkeit, Blaufärbung der Zunge und Mundatmung. In sehr extremen Fällen kann es zum Herz-Kreislauf-Kollaps kommen.

Bei der granulomatösen (trockenen) Form kommt es zum Befall der Bauchhöhle, zahlreicher inneren Organe (Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Bauchhöhlenlymphknoten, Nieren), des Rückenmarks und des Gehirns und der Augen. Es besteht Fieber, das unbeeinflußbar ist. Unspezifische Erscheinungsbilder treten jetzt auf. Allgemeine Schwäche, Abmagerung, Erbrechen, Durchfall.

Der Befall der inneren Organe macht selten charakteristische Symptome. Hier kann nur eine rechtzeitige Röntgenaufnahme weiterhelfen. Allerdings können die gleichen Veränderungen auch bei der Leukose auftreten. Werden das Rückenmark und das Gehirn betroffen, kommt es zu Lähmungen, sowohl der Beine als auch der Gesichtsmuskulatur und der Augenmuskulatur. Die Katze "schielt", die Pupillen sind unterschiedlich groß. Die Katze wirkt antriebslos, schläfrig, kann aber auch schwere Tobsuchtsanfälle haben, schreien, knurren, beissen, ihre eigenen Halter anfallen, zeigt große Agressivität oder hat Krampfanfälle. (Der Tierarzt wird bei diesen Symptomen auch an die Tollwut denken). Ist das Kleinhirn in Mitleidenschaft gezogen, dann fällt eine Kopfschiefhaltung, Bewegungsstörung, Gangunsicherheit und ständig "wackelnde" Augen auf. Merkwürdigerweise tritt in diesem Stadium auch eine "selbständige" Augenerkrankung auf, die aber durch den FIP begünstigt wird: Bindehautentzündung, Entzündung an der Iris und der Regenbogenhaut. Die Augenlinse wird trübe bis weiß, bei einer Gefäßerweiterung durch Gefäßwandlähmung kann das Auge auch "blutunterlaufen" wirken.

Das Blutbild ist extrem verändert. Die weißen Blutkörperchen haben sich extrem vermehrt. Gleichzeitig besteht aber eine Verringerung der roten Blutkörperchen. Der rote Farbstoff der zerstörten roten Blutkörperchen ist erhöht, der Harnstoffwert steigt an. Es werden auffallende Werte in den Bluteiweißen gemessen. Punktiert der Tierarzt die Bauchhöhle, dann erhält er im fortgeschrittenen Stadium eine zitronen- oder bernsteinfarbene Flüssigkeit (kann aber auch im Anfang klar und damit irreführend sein). Diese Flüssigkeit gerinnt nach einiger Zeit, setzt sich ab und bildet am Boden des einen zähen Belag. Das spezifische Gewicht dieser Flüssigkeit ist stets sehr hoch.

FIP kann leicht diagnostiziert werden, wenn der Tierarzt ein Punktat erhält. Problematisch wird die Suche erst, wenn kein Punktat möglich ist (trockene Form). Dann hilft nur noch eine Gewebeentnahme aus einem inneren Organ. Früher hatte man den Serum-Antikörper-Titer bestimmt. Die Diagnosestellung nach diesem Titer ist aber heute sehr zweifelhaft, da eindeutig erkrankte Katzen in 20% der Fälle antikörperfrei waren.

Andererseits hatten gesunde Katzen ein positives Ergebnis. Das Feline Corona-Enteritis-Virus, das sich zwar nicht sehr von dem Erreger des FIP's unterscheidet, aber ein gänzlich anderes Krankheitsbild macht, beeinflußt diesen Titer in nicht unerheblichem Maße. Aufschluß über die Erkrankung bei Symptomen des Nervensystems kann eine Nervenwasseruntersuchung bringen. Sowohl die Gewebeprobe, als auch die Nervenwasseruntersuchung muß in Vollnarkose durchgeführt werden. Beide Untersuchungen sind nicht ganz ohne Risiko und mit Sicherheit für die Katze eine Belastung. Ein geschwächtes Tier im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung wird diese Untersuchungen nicht einfach verkraften. Der Tierhalter wird sich überlegen müssen, ob er nicht doch lieber eine "Verdachtstherapie" durchführen läßt, die sich über Monate erstrecken kann, oder im aussichtslosen Fall doch besser das Tier erlösen läßt.

Für Züchter ist es wahrscheinlich von größter Wichtigkeit, Gewißheit über die Erkrankung zu bekommen, da er sonst seinen ganzen Katzenbestand verliert und zu Ausstellungen nicht mehr zugelassen wird; eine Weiterzucht ist dann allerdings auch ausgeschlossen. Immer wieder liest man in der Zeitschrift "Katzen extra", daß Katzenhalter andere Katzenbesitzer suchen, die auch von bestimmten Zwingern Tiere gekauft haben. Es hat sich eine Interessengemeinschaft FIP-Geschädigter gebildet.

Der FIP kann mit verschiedenen Krankheiten verwechselt werden. Einige davon: Eitrige Bauchfellentzündung, Eiteransammlung im Brustraum, Wasseransammlung im Bauchraum, ausgelöst durch eine Leber- oder Herzerkrankung, bösartige Geschwülste im Bauchraum, Gallenblasen- und Harnblasenriß, Leukose, Trächtigkeit, FIV.

Die Prognose ist ungünstig. Der Krankheitsverlauf kann sich über Wochen hinziehen. Von mehreren 100 Katzen konnten nur 6 beobachtet werden, die symptomlos wurden.

Es gibt mehrere verschiedene Therapien, die sich aber fast alle entweder als wirkungslos, oder nur lebensverlängernd erwiesen haben. Eine Heilung konnte nicht festgestellt werden. Erfahrungen mit Baypamun bei FIP habe ich nicht; es kann aber nicht schaden, das Immunsystem zu stärken. Hier sollte man auch die Homöopathie neben der Schulmedizin nicht vergessen.

Die Prophylaxe ist derzeit die sicherste Therapie. Eine Impfung lohnt sich immer. Der Kontakt eines erkrankten Tieres zu gesunden Tieren ist in jedem Fall zu vermeiden. Die Durchführung ist allerdings schwierig, da die Inkubationszeit Wochen bis Monate sein kann. Auch können Katzen den Erreger tragen, selbst aber nicht erkranken, wohl aber Dauerausscheider sein. Sicherheitshalber sollte man sofort nach dem Erwerb einer Katze immer einen IF-Test durchführen lassen. Hält man viele Tiere (Züchter, Tierschutzorganisationen) sollte man sicherheitshalber alle Tiere testen lassen (Kostenfrage!). Besitzt man eine FIP-infizierte Katze, sollte man keine zweite hinzunehmen.

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FIV

FIV kommt international, aber mit unterschiedlicher Häufigkeit vor. In den USA zeigen 1,5-3% der gesunden aber bis 15% der kranken Katzen positive FIV-Titer. Wildlebende Kampfkater sind am häufigsten positiv, reine Hauskatzen am seltensten.

Ansteckung

Im Vordergrund steht die Übertragung durch Bissverletzungen. Aber auch andere, friedliche, Sozialkontakte unter Katzen können in Ausnahmefällen zur Infektion führen. Die Ansteckung der Welpen durch die Mutter kann schon intrauterin, während der Geburt oder durch die Muttermilch erfolgen. Die Ansteckung beim friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen scheint eher selten zu sein. Ideal ist sicher eine Abgabe oder Isolation der Virusträger. Findest das nicht statt, ist das Risiko der Ansteckung trotzdem gering, immer vorausgesetzt, es finden keinerlei Beissereien statt. Ausserhalb der Katze ist der Virus recht instabil und kann unter normalen Bedingungen nur wenige Stunden überleben. Eine Wartezeit nach dem Ableben einer FIV-Katze bis zur Neubesetzung ist deshalb eigentlich unnötig. Andererseits haben FIV-Katzen in der Regel noch weitere Infektionen. Näpfe, WCs, Spielzeug und Käfige sind deshalb zu entsorgen oder mit HIV-wirksamem Desinfektionsmittel zu behandeln. Irgendeinwas aus der Fernsehwerbung oder das Antikmittel "Sagrotan" sind hier nicht ausreichend. Bringen Sie nur wirksam geimpfte Neukatzen in das Haus. Gehen Sie hier kein Risiko ein. Die mündliche Bemerkung irgendeiner Tierheimmitarbeiterin "Ist geimpft" sagt garnichts.

Verlauf

Mit dem Blut gelangt der Virus zum nächsten Regional-Lymphknoten, wo er sich in den T-Lymphozyten vermehrt. Dann breitet er sich über das gesamte Lymphsystem aus, d.h. alle Lymphknoten vergrössern sich. Dieses Stadium wird vom Besitzer meist nicht bemerkt. Tage bis Wochen später kann die Katze Fieber und einen Abfall der weissen Blutzellen (Leukopenie) entwickeln. Diese Leukopenie wird vor allem durch einen Abfall der Neutrophilen, der Abwehrzellen gegen Bakterien, und der T-Helferzellen, die eine Schlüsselposition im gesamten Abwehrsystem einnehmen, bewirkt. Später kann auch Anämie, ein Abfall der Roten Blutzellen entstehen. Infizierte Katzen können jahrelang unauffällig bleiben. Schliesslich beginnt eine Immuninsuffizienz und die Abwehrkräfte nehmen ab. Bakterien, Viren und Protozoen, die in der Umwelt jeder Katze vorkommen und gesunde Tiere nicht befallen, führen beim FIV-Patienten zu schwersten Erkrankungen. Diese Sekundärinfektionen sind verantwortlich für die meisten Symptome, die wir mit einer FIV-Infektion verbinden und sie sind die häufigste Todesursache FIV-positiver Katzen.

Symptome

Klinische Zeichen des Immuninsuffizienz-Syndroms können sich an jedem Organ zeigen. Oft sehen wir schlechtes Fell, Dauerfieber und Appetitverlust. Bei der Hälfte der Patienten findet man Zahnfleischentzündung (Gingivitis) und Maulhöhlenentzündung (Stomatitis). Häufig sind auch chronische oder wiederkehrende Entzündungen von Haut, Blase und oberen Atmungsorganen. Seltener sind Dauerdurchfall und Entzündungen des Auges. Ständige Gewichtsabnahme ist häufig. FIV-Katzen neigen zu bestimmten Tumorarten wie Lymphomen. Aborte und andere Fortpflanzungsstörungen wurden berichtet. Einige Katzen entwickeln Krämpfe, Geistesschwäche oder andere Neuropathien. Manche Patienten zeigen periodisch wiederkehrende Phasen relativen Wohlbefindens. In diesen Fällen folgt das Blutbild dem klinischen Auf und Ab, mit deutlicher Tendenz zur Verschlechterung.

Diagnose

Die Diagnose wird nach Vorbericht, Symptomatik und vor allem FIV-Antikörpertest gestellt. Ein positives Testergebnis besagt, dass die Katze infiziert ist, vermutlich lebenslang bleiben wird, und damit eine Gefahr für andere Katzen darstellt. Da auch falschpositive Testergegnisse vorkommen, kann man zur Sicherheit eine Kontrolluntersuchung nach einer anderen Methode vornehmen. Bei unklarem Laborergebnis bringt eine Kontrolle nach 8-12 Wochen meist Aufschluss. Welpen FIV-kranker Mütter können in den ersten 12-16 Wochen testpositiv sein ohne den Virus selbst zu tragen. In diesem Fall spricht der Test nur auf maternale Antikörper an. Deshalb sind positive Welpen unbedingt mit 6-8 Monaten nachzutesten, um eine eindeutige Aussage zu erhalten. Negatives Testergebnis bedeutet, es wurden keine Antikörper nachgewiesen. In den meisten Fällen heisst das FIV-frei. Da zwischen Ansteckung und Bildung von Antikörpern aber 8-12 Wochen liegen, kann eine Blutentnahme theorethisch in diese Phase fallen und eine gesunde Katze vorspiegeln. Bei begründetem Verdacht also Nachkontrolle 12 Wochen nach letztmöglichem Kontakt mit Virusträgern. Eine Katze im Endstadium ihrer FIV-Erkrankung kann wieder testnegativ werden, wenn das Abwehrsystem erschöpft ist.

Prognose

Die individuelle Lebenserwartung einer FIV-Katze lässt sich natürlich nicht konkret vorauszusagen. Unter Idealbedingungen können die Patienten noch Jahre bei guter Lebensqualität vor sich haben. Hatte der Patient hingegen schon mehrere schwere Sekundärinfektionen oder besteht Dauerfieber und Gewichtsverlust, muss man mit schnellerem Verlauf rechnen. In den USA wird analog zur HIV-Diagnostik das Verhältnis der CD4- zu CD8-Lymphozyten zur Einschätzung der Schwere der Erkrankung herangezogen. Je niedriger dieser Wert, je schlechter die Prognose.

Therapie

Leider gibt es kein Medikament, das den Virus direkt angreift. Die wichtigste Massnahme ist deshalb der Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen. Einzelhaltung ohne Auslauf ist zwingend nötig, schon um die Ansteckung gesunder Katzen zu verhindern. Sekundärinfektionen können bis zu einem gewissen Punkt mit Antibiotika und Antimykotika unterdrückt werden. Ist durch Entzündung der Maulhöhle die Nahrungsaufnahme gefährdet, können Kortisone indiziert sein. Anabolika und energiereiche Nährpasten können dem Abmagern gegensteuern. Medikamentöse Anregung des Immunsystems ist oft nicht erfolgreich. Ein Versuch sollte jedoch unternommen werden.

Prophylaxe

Es gibt, wie beim verwandten HIV, keine Impfmöglichkeit. Der einzige Schutz wäre die absolute Isolation. Nur im Haus gehaltene Tiere sind kaum gefährdet. Mehrkatzenhaushalte, Heime etc sollten alle Insassen testen. Positive abgeben oder isolieren. Nachkontrolle der negativen nach 12 Wochen. Danach Testen aller Neuzugänge, 12 Wochen Quarantäne und nachtesten. Positive Tiere sind in Einzel-/Haushaltung abgeben oder in konsequenter Quarantäne halten. Jede Schlamperei kann hier tödliche Konsequenzen haben. Da kaum ein Tierheim Zeit und Geld für die erforderlichen Massnahmen aufwendet und durch Feriengäste und Findlinge eine ständige Fluktuation herrscht, sind diese Institutionen wesentlich an der Verbreitung der Erkrankung beteiligt. Wenn Sie eine Heimkatze möchten, schriftlichen Vertrag mit ausdrücklichem Rückgaberecht machen und gleich am ersten Tag zur Blutprobe. Dabei untersuchen wir natürlich auch auf Coronaviren und Leukose.

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PKD - Polycystic Kidney Disease

PKD ist kein neuer Virus, der eben mal diagnostiziert und behandelt werden kann. PKD ist eine vererbbare Nierenerkrankung, durch die eine oder beide Nieren von Zysten befallen werden, die letztlich zum Tod der Katze durch Nierenversagen führen.

Geschichte

Es gibt vereinzelte Berichte über PKD seit 1967, aber ernsthaft geforscht wird erst seit 1990 an der Ohio State University (USA), wo bei einem sechs Jahre alter Perser PKD diagnostiziert wurde.

Anzeichen

PKD zeigt sich in der Regel erst bei der älteren Katze, wenn im Alter von etwa drei bis zehn Jahren die Nieren größer werden, die Zysten fühlbar werden und die Nieren beginnen ihre Funktion einzustellen. Die Katze leidet dann unter Appetitlosigkeit, großem Durst, starkem Harndrang, Depression und Gewichtsverlust. Es ist sehr unterschiedlich, wann und wie schnell die Symptome auftreten. Wenn dies spät genug im Leben eintritt, kann die Katze auch aus anderen Gründen als Nierenversagen sterben.

Klinisches Erscheinungsbild

Die Zysten an den Nieren bestehen von Geburt an und können bei Kitten lediglich einen Millimeter groß sein. Wenn die Katzen älter werden, wachsen die Zysten und vermehren sich. Möglicherweise ist die Funktion der Nieren schon frühzeitig eingeschränkt, sie werden immer größer mit immer größeren Zysten. Das Versagen der Nieren ist unvermeidlich. Es wurden auch schon Zysten in anderen Organen wie der Leber gefunden, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel.

Diagnose

Der einzige Weg die PKD sicher zu diagnostizieren ist zur Zeit bei der lebenden Katze die Untersuchung mit hochauflösenden Ultraschallgeräten. (Eine Liste mit den zertifizierten Untersuchungsstellen für die Untersuchung auf PKD bei Katzen finden Sie beim Bundesverband Praktischer Tierärzte e.V.). Mit dieser Untersuchung kann ein erfahrener Tierarzt PKD schon im Alter von acht Wochen feststellen. Die Untersuchung sollte im Alter von mindestens 10 Monaten durch geführt werden, da in dem Alter die Zysten bereits größer und daher besser zu erkennen sind. Sollte das Ergebnis positiv sein, sollte die Untersuchung noch ein oder zweimal wiederholt werden, da Irrtümer natürlich nicht ausgeschlossen werden können. Dies ist nur erforderlich, wenn die Katze zur Zucht verwendet werden sollte. Die Forschung ist bemüht, Bluttests zu entwickeln, mit denen PKD nachgewiesen werden kann; noch gibt es derartige Tests jedoch nicht.

Ist PKD ansteckend?

PKD ist nicht ansteckend, wird aber von einem oder beiden Eltern vererbt. Untersuchungen zeigen, daß PKD dominant vererbt wird, d.h. PKD wird immer auftreten, wenn ein Elternteil oder beide es vererben.

Behandlung

Es gibt keine spezielle Behandlung gegen PKD. Die Forschung ist noch immer bemüht, die Gründe für das Auftreten von PKD zu ermitteln. Die Tiere werden so behandelt, wie es bei chronischen Nierenerkrankungen erforderlich ist, d.h. es werden die Symptome nicht aber die eigentliche Krankheit behandelt. Die Katze sollte ein Nieren-Diätfutter mit reduziertem Phosphoranteil erhalten und viel trinken.

Was kann der Züchter tun?

Alle Katzen, mit denen gezüchtet werden soll, sind auf PKD zu untersuchen. Positiv getestete Katzen sind von der Zucht auszuschließen. So könnte es gelingen, PKD über kurz oder lang auszumerzen.

Was kann der Käufer tun?

Der Käufer einer Rassekatze sollte sich vom Züchter nachweisen lassen, daß die Elterntiere PKD-frei sind. Sollte ein solcher Nachweis nicht vorliegen, sollte um die Untersuchung der Eltern gebeten werden oder der Käufer lässt sein Tier im Alter von etwa zehn Monaten testen, um Gewissheit zu haben und von vornherein die richtigen Maßnahmen zu treffen (Kastration, richtiges Futter, regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion durch den Tierarzt). Ist Ihr Tier positiv getestet, besteht kein Grund, in Panik zu geraten. Auch mit PKD kann eine Katze ein gutes und langes Leben führen.

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Hypertrophe Cardiomyopathie (HCM)

Der folgende Artikel wurde freundlicherweise von Frau Barbara Kirch zusammengefasst und für deutsche Züchter verständlich gemacht!

Am 30.5.2000 hielt Dr. Kittleson in der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Utrecht eine Vorlesung über HCM bei Katzen. Die Vorlesung war von der niederländischen "Stichting Felissana" eigens für Katzenzüchter organisiert worden.

Die hypertrophe Cardiomyopathie (HCM) ist bei Katzen seit 8-9 Jahren bekannt. Die Maine Coon soll nicht als besonders betroffene Rasse herausgestellt werden, denn es sind auch andere Rassen betroffen. Wesentliche Krankheitszeichen sind eine Verdickung der Wand der linken Herzkammer (Ventrikel), die sowohl global als auch regional sein kann (das ist zwischen Rassen und auch zwischen einzelnen Katzen einer Rasse verschieden), eine Verdickung der Papillarmuskeln, eine systolische Vorwärtsbewegung der Mitralklappe (systolic anterior movement; SAM), schließlich eine Vergrößerung der linken Herzkammer und letztendlich Herzschwäche und Herzversagen. Bei der echokardiographischen Untersuchung werden die Messungen diastolisch, also bei erschlafftem Herz durchgeführt. Das SAM führt übrigens zu einem abnormen Blutrückfluss durch die Mitralklappe während der Austreibungsphase bzw. Kontraktionsphase und ist Ursache des Herzgeräusches.

Klinische Anzeichen treten erst auf, wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist.

Der Tod durch HCM kann durch drei Mechanismen erfolgen: * plötzlicher Herztod, z. B. durch Rhythmusstörungen, Kammerflimmern * Herzversagen (Symptome sind Herzrasen, beschleunigte Atmung, Kurzatmigkeit, Lungenödem und Pleuraerguss) * Thrombenbildung, einerseits im linken Vorhof durch abnorme Blutflüsse und den Rückstau des Blutes mit Erweiterung des Vorhofs und verlangsamtem Blutfluss, andererseits in der Kammer bei hochgradiger Erweiterung und Herzschwäche. Die Thromben im Vorhof können abgelöst und in den arteriellen Kreislauf verschleppt werden (so kommt der sog. Sattelthrombus an der Aufzweigung der Becken- und Beinarterien mit Lähmung der Hinterbeine zustande).

HCM bei Menschen

Bei Menschen zeichnet sich die HCM echokardiographisch vor allem durch eine erhöhte Dicke der Wand der linken Kammer und insbesondere eine meist asymmetrische Verdickung des Kammerseptums (Scheidewand zwischen den Herzkammern) aus; auch hier kommt es zu einer SAM, also einem Klappenfehler und einem Herzgeräusch. Im Mikroskop sieht man eine unregelmäßige, unordentliche Anordnung der Muskelfasern, eine Narbenbildung und eine Atherosklerose (Gefäßerkrankung) der kleinen Herzkranzarteriengäste. Das ist eigentlich der Beweis für das Vorliegen einer erblichen Form.

Frau Christine Seidmann beschrieb 1952 zuerst eine Form von erblicher HCM bei Menschen, indem sie Untersuchungen an Familienmitgliedern eines erkrankten jungen Mannes durchführte. Seither sind in verschiedenen Familien insgesamt 125 verschiedene Mutationen mit Mutationen an allen 9 verschiedenen Genen gefunden worden, die mit der Herzmuskelbildung zu tun haben (Sarkomergene). Es können Veränderungen auftreten an neun verschiedenen Muskelproteinen (der beta-Myosin Kette, am Troponin T, an Alpha-Tropomyosin, an essentiellen und regulatorischen Leichtketten, am myosinbindenden Protein C, an Actin und einem weiteren Muskelprotein).

Alle Mutationen an den Genen, die die Produktion dieser Muskelproteine steuern, und die zu HCM führen (die Mutation) sind dominant. Wie konnte man jetzt belegen, dass durch die entsprechende Mutation auch die Krankheit verursacht wird ? Menschen mit HCM haben z.B. Mutationen am Gen für Beta-Myosin. Wenn man dieses mutierte Gen nun Mäusen implantiert, bekommen sie HCM. Wenn diese sich weitervermehren, haben die Nachkommen eine Chance von 50 zu 50, das Gen zu erben bzw. an HCM zu erkranken.

Die Genmutation resultiert in der Bildung von abnormen Herzmuskelfasern (nämlich genau zur Hälfte entsprechend dem erkrankten Gen), die sich nicht richtig zusammenziehen. Diese Fehlfunktion führt dazu, dass sich die gesunden Herzmuskelfasern mehr anstrengen müssen, damit sich der Herzmuskel zusammenziehen kann. Darauf reagiert das Herzmuskelgewebe, indem sich die Herzmuskelzellen vergrößern und vermehrt versuchen, sich zu teilen. Dummerweise teilen sich dabei auch die 50% kranken Muskelfasern, die sozusagen dem Anteil des kranken Gens entsprechen, auch, so dass der Herzmuskel noch größer wird und noch mehr unnütze, nicht funktionierende Muskelfasern enthält.

Das ist auch der Grund, warum reinerbig erkrankte Individuen sofort sterben - sie produzieren schließlich nur falsche Muskelfasern.

Wie fing es mit der Erforschung von HCM bei Katzen an?

Eine Dame in Conneticut namens Marcia hatte eine Maine Coon, die an HCM erkrankte. Sie informierte sich über die Krankheit und fand heraus, dass sie bei Menschen erblich ist. Also fragte sie bei der Züchterin nach, aber der war nichts in ihrem Zwinger aufgefallen. Sie ließ aber nicht locker, ging auf Ausstellungen, sprach Leute an, die Geschwister oder Verwandte ihrer Katze hatten und hatte bald 5 verwandte Katzen, die an HCM erkrankt waren, gefunden. Dann ging sie auf Dr. Kittleson zu und fragte ihn, ob er nicht Interesse hätte, dies genauer zu erforschen. Der rückte mit Crew und Echogerät bei der Züchterin in Conneticut an und untersuchte an einem Wochenende sämtliche Zuchtkatzen. Dabei stellte sich heraus, dass von 35 Katzen 7 befallen waren.

Das weckte sein Interesse, und er beschloss, sein eigenes Zucht- und Forschungsprogramm auf die Beine zu stellen.

Ein befallener Kater wurde mit drei befallenen Kätzinnen verpaart, die Kitten wurden behalten, um eine Zuchtkolonie zu gründen. Im Labor hat das aber nicht so richtig geklappt, der Kater war bereits herzinsuffizient und wollte nicht decken, obwohl die Katzen rollig waren. Frau Kittleson meinte, das wäre ja auch kein Wunder, bei den Bedingungen! Menschen wollten es ja auch ein wenig romantischer haben, mit Kerzenschein und so... Also nahm Dr. Kittleson die Katzen zu sich nach Hause, die Vermehrung klappte und am Schluss waren es wohl 19 Stück. Wohl auch durch den hohen Inzuchtgrad kam es auch zu anderen Missbildungen. Ein Kater war darunter, der keine HCM, aber eine Missbildung namens Genu recurvatum hatte, also Knie und Ellenbogen nicht beugen konnte, den hat er wohl behalten. Die gesunden Kitten wurden meistens weitervermittelt, die erkrankten für das Forschungsprojekt behalten.

Die Zuchtversuche ergaben eindeutig ein autosomal dominantes Vererbungsmuster.

Bei der Verpaarung von befallenen mit unbefallenen Katzen ergaben sich

  • keine Krankheitsanzeichen bevor die Katze ein Jahr alt war
  • trat die Krankheit gewöhnlich in Erscheinung, bevor die Katze zwei Jahre alt war
  • war die HCM gewöhnlich schwer bzw. fortgeschritten vor dem zweiten bis vierten Lebensjahr.
Bei der Verpaarung von befallenen mit befallenen Katzen war es noch schlimmer:
  • Die Krankheit manifestierte sich teilweise schon im Alter von 3 Monaten,
  • schritt zwischen 6 und 18 Monaten zu einer schweren Erkrankung fort,
  • sowohl Kater als auch Katzen entwickelten insgesamt früher eine schwere Erkrankung.

Insgesamt erkrankten etwas mehr Kater als Katzen. Die Katzen starben entweder am plötzlichen Herztod oder an Herzversagen. Tod durch Thromben oder deren Verschleppung wurde bei diesen Katzen nicht gesehen. Bei der Untersuchung der Herzen zeigte sich bei allen Katzen die Unordnung der Herzmuskelfasern und die Artherosklerose der kleinen Koronararterienäste in der Wand, die als Zeichen einer erblichen HCM angesehen werden.

Das vorherrschende echokardiographische Zeichen war die Verdickung der Papillarmuskeln (Anmerkung: das sind zwei kegelförmige Muskeln, die in die Herzkammer hineinragen, und an denen die Sehnenfäden der Mitralklappe ansetzen, man kann sich diese Sehnenfäden etwa wie Abspannleinen bei einem Zeltdach oder wie die Seile beim Fallschirm vorstellen). Durch diese Verdickung wird die Klappe während der Saytole (Anspannungs- bzw. Austreibungsphase) nach innen gezogen und schließt nicht richtig. Es kommt zu einem Rückfluss von Blut in den Vorhof, den man dopplerechokardiographisch messen kann ("Farbdoppler"). Außerdem entsteht so das Herzgeräusch. Der Rückfluss und das Herzgeräusch sind abhängig von der Herzfrequenz, also wie schnell das Herz klopft, der Fluss wird stärker und das Geräusch höher, wenn die Katze aufgeregt ist und langsamer bzw. niedriger, wenn die Katze ruhig ist und das Herz langsamer schlägt.

Die anderen Teile der Kammerwand waren eher weniger und wenn, dann unregelmäßig verdickt (Grenzwert laut Dr. Kittleson: 5 mm). Insgesamt hielt Dr. Kittleson die Papillarmuskelverdickung und die Klappenveränderung (SAM mit Rückfluss) für entscheidende echokardiographische Kriterien. Die Verdickung der Restwand sei manchmal, vor allem in frühen Fällen, gar nicht so auffällig. Leider konnte er für die Papillarmuskelverdickung keine Grenzwerte nennen, das sei wohl Erfahrungssache.

Zu den Fragen:

Auf die Frage, was man denn als Züchter machen solle, wenn man vor allem junge Tiere testen lassen will, die am Ende nur ganz geringe Veränderungen haben, gab er zu dass dies ein Problem sei. Deshalb wird an der Entwicklung eines Gentests gearbeitet, denn wenn man das erkrankte Gen gefunden hat bzw. nachweisen kann, kann man in jedem Alter feststellen, ob die Katze HCM vererbt. Bislang werden alle Genorte bzw. Chromosomen, von denen man weiß, dass auf ihnen Mutationen für menschliche HCM liegen, untersucht, aber bisher ist man noch nicht fündig geworden.

Gibt es HCM bei anderen Rassen ? JA! Dr. Kittleson hat seine Forschungen inzwischen auf American Shorthair ausgeweitet. Er vermutet, dass es HCM auch bei anderen Rassen gibt. Mit denen arbeitet er aber nicht, kann also nichts genaues sagen. Interessant ist, dass die Krankheit bei der Maine Coon in der Regel einen bösartigeren Verlauf nimmt, sich in jüngerem Alter manifestiert. Bei den American Shorthair kann es Jahre dauern, bis die Krankheit manifest wird.

Als Grund für die unterschiedliche Ausprägung der Krankheitssymptome innerhalb einer Rasse wird die Einwirkung von modifizierten Polygenen angenommen. Dr. Kittleson geht davon aus, dass es sich innerhalb einer Rasse immer um dieselbe Mutation handelt, wie bei Menschen innerhalb einer Familie.

Eine niederländische Züchterin berichtet von einem Zuchtpaar, inzwischen sechs oder sieben Jahre alt, die selbst keine klinischen oder echokardiographischen Krankheitszeichen haben, aber wohl Würfe mit erkrankten Kitten hatten. Das konnte er nur mit unvollständiger Penetranz des Gens erklären oder damit, dass die Eltern eben nicht genau genug untersucht worden seien. Das sei nochmals ein Grund, endlich den Gentest zu finden, damit eben auch solche Tiere erfasst werden könnten. Eine Neumutation sei eher unwahrscheinlich.

Bei der Gelegenheit wurde noch erwähnt, dass ein EKG wohl die Vergrößerung und Erweiterung des Herzens in der Endphase, aber keine frühen Veränderungen oder Papillarmuskelvergrößerung anzeigen könnte und deshalb zu ungenau ist.

Kriterien für die postmortale Diagnose von HCM sind vor allem das Herzmuskelgewicht. Die Wanddicke ist nicht so geeignet, da sich der Herzmuskel im Tod zusammenzieht. Normale Katzenherzen wiegen weniger als 20g. Ab 30g bis 40g ist von einer schweren HCM auszugehen (dazwischen liegt wieder einmal eine Grauzone).

Wie soll eine Katze behandelt werden, wenn HCM diagnostiziert worden ist?

Taurin nützt nichts. Taurinmangel ruft eine ernährungsbedingte dilatative Kardiomyopathie hervor (war früher häufig, bis der Zusammenhang entdeckt und das Katzenfutter entsprechend ergänzt wurde). Eine symptomatische Behandlung ist in der Frühphase mit ß-Blockern und Diuretika möglich, damit das Herz entlastet wird. Man hofft, dass damit auch die Vergrößerungstendenz der gesunden Herzmuskelzellen und damit das fatale Herzwachstum verlangsamt werden. Bei manifester Herzinsuffizienz gibt man ACE (Angiotensin converting enzyme) -Hemmer.

Wann soll man testen?

Dr. Kittleson empfiehlt, Kater mit zwei Jahren und Katzen mit drei Jahren zu testen. In diesem Alter hätte sich die Erkrankung in der Regel manifestiert bzw. man fände im Echo entsprechende Veränderungen. Es würde eigentlich keinen Sinn machen, früher zu testen (Anmerkung: dies ist ein Zitat!). Wenn die Katzen in diesem Alter frei wären, hätte man eine gute Chance (80%-90%), dass sie kein HCM bekommen, ganz sicher könne man natürlich nie sein. Verläufe mit spätem Auftreten der Symptome wären bei Maine Coon sehr selten. Diese Form der HCM wird nicht durch Ernährung oder Infektionen hervorgerufen, sondern ist eben erblich.

© Barbara Kirch

Quelle: www.vonbastet.de